Alchemie und Freimaurerei
 

Konjunktion

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Honni soit qui mal y pense. Die beiden Pole haben sich miteinander verbunden und das Meer des Unbewussten schlägt über ihnen zusammen. Ein alchemistischer Text (Merculinus) dazu sagt u.a.

"Braut, weissglänzend, dem rötlichen Gatten in Liebe verbunden, schlingend die Arme um sich und verschlungen in ehelicher Bindung, lösen sich auf, um dem Ziel der Vollendung eilends zu nahen, Zwei die sie waren, zu einem im Körper als Gleichnis zu werden".

Dies ist der Hieros Gamos, die heilige Hochzeit. Das was gezeugt wird, ist nicht ein Menschenkind, sondern der Lapis. Es ist der Sinn der Conjunctio, dass sie jene Geburt hervorbringt, die das Eine und Geeinte darstellt.  

Dass es sich nicht um einen physischen Geschlechtsakt handelt, sehen wir im nächsten Bild, wo die beiden Gestalten geflügelt sind, also geistige Wesen. Interessanterweise sind im ersten Bild, beim quasi physischen Akt, die Symbole von Sonne und Mond noch präsent. Beim nächsten Bild bei der mystischen Verschmelzung, sind sie logischerweise verschwunden. Sie sind mit den beiden Partnern verschmolzen.

 

Die mittelalterliche Hermeneutik (Hermeneutik ist die Kunst der Auslegung und Deutung) hat, ohne Anstoss zu nehmen, auch die heikelsten Stellen des Hohenliedes in geistiger Verklärung schauen können.

Man vergleiche dazu auch die Zeugnisse mittelalterlicher Mystik, deren Sprache manchmal sehr erotisch klingt, wobei diese allerdings auch, wenn auch unbewusst, oft durchaus so gemeint war. 

Wir kennen auch aus anderen Religionen, insbes. aus dem Vajrayana, d.h. dem "Diamantenen Fahrzeug" wie der tibetische Buddhismus genannt wird, ähnliche Darstellungen, welche mystische Erfahrungen durch dieses Bild symbolisieren.

 

Wie uns die vorausgegangenen Bilder deutlich zeigten, liegt bei dieser Symbolik der Nachdruck bei der unio mystica.

Noch ein Bild aus einer alchemistischen Schrift, mit dem gleichen Thema. Hier sind die vier zu vereinigenden Elemente als Köpfe angedeutet. Darüber die Seele, als Resultat der Vereinigung als geflügelter Genius. 

 

 

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