1. Das äussere Werke
(Opus Magnum Physicum)
Eine verkürzte und vereinfachte
Darstellung der alchemistischen Prozeduren ergibt folgendes Schema.
Die genaue Reihenfolge der
alchemistischen Operationen, innerer wie äusserer, ist, der Natur der
Sache entsprechend, nicht genau definiert. Die alten Alchemisten waren
sich in Bezug auf den genauen Ablauf der einzelnen Zustände nicht einig.
Die kaum zu bewältigende Vielfalt von Variationen und die Willkür in der
Abfolge der Zustände, trotz aller prinzipiellen Übereinstimmung der
Grundtatsachen verunmöglicht ein genaues Schema, wie wir das heute in der
Wissenschaft kennen. Nicht zuletzt darum handelt es sich bei der Alchemie
eben um eine Kunst.
Ausführlicher heisst das:
1. Präparatio (Herstellung der
Ausgangssubstanz, der Prima Materia)
Die Ausgangssubstanz (Prima Materia
cruda), z.B. eine Heilpflanze, wird mit einem geeigneten Lösungsmittel,
z.B. Alkohol in einem Kolben angesetzt, verschlossen und durch
Rückflussdestillation ausgezogen. (Soxlet)
3. Conjunctio
Verbindung der drei nun gereinigten
Teile.
4. Putrefaktio, Nigredo (Faulung,
Schwärzung).
Das Ganze wird wieder einige Wochen
stehen gelassen, bis es verfault und schwarz wird.
5. Sublimatio. (Destillation,
Zirkulation, Rektifikation)
Nach einigen Wochen werden die
flüchtigen Teile nach einer längeren Behandlung im Rückflusskühler erneut
abdestilliert und die festen Teile abfiltriert.
6. Calzinatio (Weissung, Ablution,
Dealbation, Lunifikation, Sublimation)
Die festen Teile werden zu Asche
verbrannt und kalziniert dh. mehrere Male während längerer Zeit bei hohen
Temperaturen reingeglüht und zwischendurch mit einem geeigneten Mittel
(weiss) gewaschen
7. Purificatio (Reinigung)
Die flüchtigen Teile werden durch
fraktionierte Destillation gereinigt und geschärft.
8. Coagulatio. (Bindung, Verdichtung)
Der (flüssige) Rückstand wird
sorgfältig zu einem Pulver oder zu einer zähen Masse eingedampft.
9. Solutio (Lösung)
Die drei erzielten Substanzen werden je
in einem Lösungsmittel aufgelöst.
10. Exaltatio, Fixation, Lapifikation
(Erhöhung, Festigung, Versteinerung)
Die drei Lösungen werden miteinander zu
einer Tinktur verbunden.