Stadt an der der Strom die Biegung wagt-

denke der Gefilde um das Knie:

Lass dich hüten und behüte sie.

Henry Benrath

 

 

 

 

 

 


Es ist wahrhaftig eine "Lust zu leben" in dieser beginnenden Zeit ....

Bô Yin Râ
 

Zitat:

"Ein unerfasslich Großes hat das Schicksal unserm Willen anvertraut in diesen ernsten Tagen, und  wahrlich: "es ist eine Lust, zu leben" in solcher Zeit, für jeden, der seines Eigenlebens Wert für alle Zukunft kommender Geschlechter, in Wachheit und Verantwortung zu werten weiß!

... alle inneren Unruhen, alle undurchbildeten Triebe und Dränge nach "ganz Neuem", Andersgeartetem, die jetzt gespenstige Trennungswälle und Hassburgen zwischen Menschen und Menschen aufrichten, sind nur dann sachlich richtig der treibenden und drängenden wirklichen Ursache nach zu begreifen, wenn man eben um das geistige! Angelangtsein "an der Schwelle eines jener lichten Höfe" (Sonnen- und Mondringe sind hier als Bild benützt!) weiß. Es ist kein einziger irdisch normal gehirnbewusster Mensch zu dieser Zeit im Dasein, der nicht dieses geistig-kosmische Nahesein einer Umgestaltung des Erdenlebens in irgend einem Grade zu fühlen bekäme, aber die übergroße Mehrzahl der Menschen auf Erden deutet dieses Fühlen falsch, indem sie in das materielle irdische Gebiet der Außenwelt projiziert und hier finden zu können meint, was sich im ewigen substantiellen Geiste, soweit er dem Erdenmenschen zugänglich werden kann in Wahrheit schon für Wenige ereignet hat, und in einem heute erst sachte und zögernd beginnenden Zeitalter, nach und nach für Viele ereignen wird!  Und wahrhaftig ist es nur erst für die Wenigen bereits "eine Lust zu leben", die im eigenen Empfindungsbewusstsein sich schon als Vorerben einer helleren geistigen Zukunft erkennen!

Dass diese kommende Erhellung und Erleuchtung aus dem ewigen Geiste alsdann auch in das alltägliche äußere irdische Leben der Menschen auf Erden ausstrahlen wird, unterliegt nicht dem leisesten vernünftigen Zweifel....

Diese Entfaltung der Fähigkeit zur Wahrnehmung des substantiellen ewigen Geistes in seiner ihm eigenen Struktur, kann im Menschen dieser Erde in der beginnenden Zeitperiode erreicht werden, als Folge des Angelangtseins der geistig-kosmischen "Bahn" des Erdverhafteten an einem der "lichten Höfe", von denen ich sprach, und es ist wahrhaftig "eine Lust" zu leben in dieser beginnenden Zeit, für jeden Menschen, der bewusst dazu fähig wird, ihre geistige Gestaltung mitbestimmen zu dürfen, denn es handelt sich ja hier um nichts Geringeres als das Freiwerden des vergänglichen irdischen Lebens für die ihm aufnehmbaren Einwirkungen substantiellen ewigen Gottesgeistes!

Es ist kein Wunder, dass die ganze menschliche Natur sich durch dieses von ihr vorgefühlte, aber ihr noch nicht deutbare Anderswerdenwollen der geistig-kosmischen Einflüsse auf das irdische materielle Leben, erregt und zur Unruhe gedrängt fühlt, in der irrigen Meinung, dass sich ein Neues in ihr rege, was auf Grund verstandesmäßiger Erwägungen die sich ja auch mit Vorliebe der Affekte als Attrappen bedienen von ihr im irdischen Außenleben geschaffen werden wolle.

Gerade darum aber handelt es sich nicht!

Alles, was aus verstandesmäßiger Erwägung her in das Blickfeld des Erdenmenschen gelangt, ist von gewissen grundlegenden, rein mathematischen Erkenntnissen allenfalls abgesehen: "Provisorium" ...

In jeder Wissenschaft, jeder Praxis der Technik und jeder Form gesellschaftlichen Lebensverbandes, die aus gehirnlichen Denkschlüssen, Beobachtungen, Erfahrungen und affektbetonten Folgerungen her ihre Direktiven empfangen, reiht sich so ein Provisorium an das andere, wobei die Aufstellung eines neuen immer zu Recht oder zu Unrecht so lange als Fortschritt, Vertiefung der Einsicht, oder Verbesserung angesehen wird, bis ein allerneuestes Provisorium Geltung erlangt.

Jedes gerade geltende verstandesmäßige Provisorium der Erkenntnis, der Weltansicht und der Lösungsbereitschaft wirtschaftlichen, physikalischen, chemischen, wie mechanisch technischen Problemen gegenüber, wirkt eine Zeit lang und mitunter sehr lange Zeit! mit hypnotischer Gewalt auf die in Betracht kommenden Gehirne, denn es ist ihnen Anlass zu ungewollter, weil unbewusster Selbsthypnose, aus der auf jedem Einzelgebiet wieder eine unberechenbare Menge von Selbstsuggestionen hervorsprießen wie Pilze nach warmen Regennächten. Jede Wahl und Wertung ist infolge solcher Selbsthypnotisierung unmöglich gemacht, bis irgendwo Einzelne doch durch besondere Umstände ihrer Freiheitsbenommenheit innewerden, um kraft ihrer wiedererlangten Urteilsfähigkeit die bisherigen Wege abzulehnen und neue zu bahnen, die aber auch nur wieder neue Provisorien sind. 

Was dem Erdenmenschen jedoch, durch die Entfaltung seiner verkümmerten Empfindungsfähigkeit, aus dem ewigen substantiellen Geiste her aufnehmbar werden soll, ist zuerst die hohe Geistesmacht des Schutzes gegen das ungewollte Verfallen in irgendeine Art der Selbsthypnose aus eigenen erdgebundenen Gedankenkräften. Er soll nicht der Sklave seiner selbst bleiben, sondern aus ewigem Lichte Herr seines gedanklichen Meinens, Fürwahrhaltens und exakten Wissens werden, der frei von aller hypnotischen Bindung an Provisorien, in untrüglicher Sicherheit wählt und wertet nach einer geistigen Einsicht, die nur dem Ewigen in ihm offenbar werden kann!"

(Über die Gottlosigkeit, Bô Yin Râ, 1939)

 

  

     

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