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2.1. Farben
Über die Farben, ihre Bedeutung und Wirkung,
sind schon viele Bücher geschrieben worden. Es ist eines der wenigen Gebiete,
über welche es auch sehr gute moderne Untersuchungen darüber gibt. Angefangen
von den in Kirche und Liturgie verwendeten Farben, über die Heraldik des
Mittelalters bis zu den modernen psychologischen Farbtests hat die Farbe die
Menschen fasziniert und immer wieder zur Deutung und Auseinandersetzung mit
ihrem Wesen aufgefordert. Ich brauche deshalb hier nicht viel über die Farben
zu theoretisieren. Farben haben immer und bei allen Völkern eine überragende
Rolle gespielt in Kult und Kultur, in Religion und Kunst und nicht zuletzt
auch bei der Meditation. Man könnte fast sagen, Farben sind geistig
betrachtet, die Substanz der Seele, der “Stoff" aus welchem sie gemacht ist.
Viele Lehren über Farbengebrauch und Farbmeditationen wurden geheim gehalten.
Im Grossen und Ganzen können Farben auch in der Meditation u.a. nach ihrer
psychologischen Wirkung verwendet werden. Also: Kalte Farben beruhigen, warme
regen an, helle machen heiter, dunkle eher traurig oder gedämpft etc. Ich
glaube dies alles als bekannt voraussetzen zu dürfen
Was uns hier speziell interessiert, ist der
Zusammenhang der Farben mit den Chakren, d.h. den Schalt-Zentren unseres
feinstofflichen Organismus, sowie mit den Planeten. Einerseits ist jedes
Chakra einer bestimmten Farbe zugeordnet, andrerseits auch jeder Planet. Wir
werden deshalb die Farben in erster Linie in diesem Zusammenhang brauchen.
2.2 Bilder
2.2.1 gewöhnliche Bilder
Dazu gehören vor allem symbolische Bilder
ganz allgemeiner Art. Bilder, welche gewisse seelische Potenzen und
Eigenschaften durch figürliche Repräsentanten ausdrucken. Durch Identifikation
mit den Darstellungen werden Veränderungen in der Psyche des Betrachters
bewirkt.
Die Verwendung solcher Bilder bei der
Meditation bedingt, dass der Meditierende eine Beziehung zu den Darstellungen
hat. Er muss mindestens wissen, was sie bedeuten, sollte darüber hinaus aber
auch noch eine gefühlsmässige Beziehung dazu haben.
Die besten Beispiele dieser Art sind die
sogenannten Tankas. (Auf Stoff gemalte tibetanische Heiligenbilder oder
Götterdarstellungen). Es gibt jedoch auch bei uns solche Bilder, z.B. in der
Alchemie, bei den Rosenkreuzern usw.
Darüber hinaus gibt es noch
“Meditationsbilder" welche praktisch vollständig abstrakt sind. Es sind Bilder
von seelischen Zuständen und geistigen Bereichen die sich nur in einer sehr
tiefen Meditation und nur einem dafür besonders geeigneten Menschen eröffnen.
Ich denke dabei vor allem an die Bilder von Bô Yin Râ. Gewisse Bilder von
bestimmten modernen Künstlern wie z.B. Kandinsky, Poliakoff etc. scheinen sich
ebenfalls in dieser Richtung zu bewegen.
Solche Bilder, sofern man sie finden kann,
sind natürlich die besten bildmässigen Hilfsmittel für die Meditation. Bei
ihnen ist es auch nicht notwendig, zu wissen, was sie bedeuten, denn es
handelt sich beim Dargestellten um Archetypen, welche nicht etwas bedeuten,
sondern einfach sind. Sie existieren real in tieferen seelischen bzw.
geistigen Bereichen, wie ein Berg, ein Baum, ein Felsen im physischen
irdischen Bereich existiert.
Um nun mit den auf den verschiedenen Bildern
symbolisierten oder dargestellten Grundkräften und Potenzen, den Archetypen,
in eine gefühlsmässige Verbindung und Beziehung zu treten, können, nebst der
direkten Betrachtung, die Visualisations‑ oder Imaginationsübungen dienen.
2.2.2 Mandalas
Im Prinzip gilt alles, was von den Bildern
gesagt wurde, auch für die Mandalas. Diese gehen jedoch einen Schritt weiter in
Richtung einer rein symmetrischen Abstraktion. Erstens sind immer Gegensätze
oder Gegensatzpaare darauf dargestellt. Zweitens ist die Darstellung darauf, wie
erwähnt, eben symmetrisch. Das Wort Mandala bedeutet Kreis, d.h. Zauber‑ oder
Schutzkreis. Am bekanntesten bei uns sind auch hier die tibetanischen Mandalas.
Ursprünglich dürften diese Kreise in der rituellen Magie gebraucht worden sein
und dienten der Beschwörung von seelischen Kräften und gleichzeitig zum Schutz
vor den beschworenen Mächten. Später dürfte dann der Kreis, in welchem der
Beschwörende sass, zum Bild, dieser selbst und die beschworenen Mächte zu
Figuren auf dem Bild stilisiert worden sein. Meistens ist eine zentrale Figur
besonders betont. Diese Figur ist diejenige, mit welcher sich der Betrachter
besonders identifizieren muss. Sehr oft ist auch nur ein Symbol, ein
symbolischer Gegenstand der Mittelpunkt. Die Mandalas dienten auch als
Anordnungsschemata für symbolische und kultische Gegenstände. Immer ist aber die
konzentrische Anordnung um einen Mittelpunkt das charakteristische und
entscheidende Merkmal eines Mandalas. Die Meditation eines Mandalas hilft dem
Betrachter, die seelischen Elemente, welche durch die aus dem Götter‑ und
Heiligenhimmel stammenden Gestalten symbolisiert werden, zu zentrieren, d.h. sie
so in seiner Seele anzuordnen und in sein Bewusstsein zu integrieren, dass die
Seele in einen höheren Gleichgewichtszustand gerät.
Hierbei ist, wie bereits erwähnt, wichtig,
dass die Gestalten “gefühlsmässig" als Symbole von Aspekten der eigenen Seele
erkannt werden. Mandalas gibt es auch bei uns im Westen. Es ist das Verdienst
von C.G. Jung, ihre Bedeutung erkannt zu haben und sie in seiner
psychotherapeutischen Praxis erprobt zu haben.
2.2.3. Bildsymbole
Darunter verstehe ich stark abstrahierte und
stilisierte Bilder, welche eine geistige, seelische oder natürliche Kraft oder
Eigenschaft symbolisieren. Sie sind die logische Weiterentwicklung der Bilder,
denn wenn jemand ganz genau über einen bestimmten Aspekt der Natur oder der
Psyche meditiert hat, wird jeweilen sofort die ganze Fülle von Assoziationen
wach, wenn er das ent sprechende Symbol sieht. Wir nähern uns damit bereits der
Schrift und den Schriftzeichen, welche ihrerseits den Übergang zu den
akustischen Mitteln darstellen. Aber durch ein Bildsymbol kann ein viel
komplexerer und weitläufigerer Tatbestand bezeichnet werden, als z.B. durch ein
Wort. Es können Dinge mit einem Bildsymbol ausgedrückt werden, welche mit Worten
überhaupt nicht oder nur mit langen Umschreibungen bezeichnet werden könnten.
Vor allem aber, bleiben die individuellen Unterschiede besser gewahrt, weil
jeder das Symbol wieder anders erlebt, was in diesem Falle erwünscht ist. Über
Symbole kann man kaum streiten.
Die auch heute noch berühmtesten und zugleich
beliebtesten Bildsymbole bei uns dürften zweifellos die Tierkreiszeichen sein.
2.3. Zeichen
Die höchste Klasse in der Kategorie der
visuellen Mittel sind die Zeichen. Von einfachen geometrischen Figuren bis zu
komplizierten Pentakeln und Sigillen etc.
Die Zeichen stehen sozusagen zwischen den
Bildsymbolen und den Schriftzeichen. Sie haben eine Bedeutung, die über das
blosse Lautzeichen hinausgeht, sind jedoch meistens relativ unanschaulich und
abstrakt. Mit ihnen zu arbeiten ist für Anfänger eher schwer.
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