Nach der mittelalterlichen Blüte
der Grals- und Artusdichtungen versiegte die Quelle fast gänzlich, bis auf
einige geheimnisvolle Anmerkungen von Dichtern wie z.B. Dante oder J.W. v. Goethe,
die anscheinend hier etwas wussten. (siehe z.B Goethe: "Die Geheimnisse")
Im letzten Jahrhundert wurde dann die Existenz der Gralsburg bzw. deren Urbild im
Osten wieder neu entdeckt, von einem spiritistischen Medium (Blavatsky). Frau Blavwatsky,
die selber keine Eingeweihte war und selber nie in Shambhala weilte,
berichtete von geistigen Übermenschen, deren Wissen und Macht alle Wissenschaft
bei weitem übertrifft, die hinter dem Himalaja leben und heimlich das Schicksal
der Welt lenken.
Frau B., die ursprünglich durch einige okkulte Phänomene, die sich in
ihrem Umkreis ereigneten, ihre Geschichte bewiesen glaubte, wurde später dann
der Manipulation überführt. (Siehe die Records der Society of Psychical
Research in London). Auch ihre Schüler gerieten auf mancherlei Abwege und erneut
wurde es still um den Gral und seine Ritterschaft.
Wenig später wurde durch James Hiltons berühmten Roman "Der verlorene
Horizont" der Gedanke an eine Art "Grals-Bezirk" wieder neu popularisiert.
Hilton beschreibt Shangri-La, ein idyllisches tibetisches Kloster, verborgen hinter
Schneegipfeln in dem alterslose Menschen ein harmonisches Leben in Kunst, Literatur
Musik und Wissenschaften führen.
Shangri-la wurde im englischen Sprachraum zu einem Allgemeinbegriff für jede
Art von verborgenem Heiligtum oder irdischem Paradies. Franklin D. Roosevelt nannte
seinen Landsitz nach Hiltons idyllischem Kloster. Erst nach seinem Tod bekam der
Ort seinen gewärtigt Namen "Camp David".
Die enorme Wirkung dieses Romans, die durchaus mit der seinerzeitigen Wirkung des
Gralsmythos zu vergleichen ist, wirft erneut die Frage auf: War "Der verlorene
Horizont" nur ein romantisches Phantasiestück oder hat der Roman tiefere
Quellen, deren sich Hilton möglicherweise nicht einmal bewusst war.
Heute ist in sog. Esoteriker-Kreisen der Glaube an im Himalaja verborgen lebende
Weise und Meister, noch oder wieder, weit verbreitet, wenn auch nur Wenige wirklich
wissen, was darunter zu verstehen ist.
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