Zurück
Legende
Zwischenspiel
Wirklichkeit

        

Wirklichkeit

SIEG.JPG (37045 Byte)

Gemälde von Bô Yin Râ aus dem Bildband "Welten"
                           © Kober Verlag Bern

  W as für eine Wirklichkeit steht hinter diesen Geschichten. Ist es überhaupt möglich, etwas genaueres darüber zu erfahren ? Sind nicht alle diese Legenden nur Metaphern für ein rein psychisches Geschehen ?

Sicher kann es so betrachtet werden. Sicher ist auch das wahre, das himmlische Shambhala "inwendig in uns". Trotzdem, es gibt auch ein irdisches Abbild des himmlischen Shambhala.

Es gab immer wieder Menschen, die den Versuch machten, dieses irdische Shambhala zu erreichen. So weit ihre Versuche bekannt wurden, hatten sie allerdings damit keinen Erfolg.

Nur wen der Gral selber ruft, ist berufen!

In den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts unternahm der russische Maler und Künstler Nicholas Roerich eine Expedition, die ihn 24'000 Kilometer durch Asien führte, über Dutzende von hohen Himalaja-Pässen und durch weglose Wüsten. Sie Expedition galt vordergründig wissenschaftlichen Zwecken, in Wahrheit aber suchte er Shambhala. Gefunden hat er es wohl kaum, doch erhielt er wahrscheinlich sichere Zeichen von dessen Existenz.

So verwundert es auch nicht, dass in seinem malerischen Werk für denjenigen, der Augen hat zu sehen, viele Anspielungen auf Shambhala, den Gral und seine Ritterschaft vorkommen:

Ausdrücklich spricht Roerich von Shambhala in einem Aufsatz ....

Er berichtet dort von einem Gespräch, das er mit einem hohen Lama hatte:

"Lama, erzähl mir von Shambhala!" .... "Aber Ihr aus dem Westen wisst nichts von Shambhala.... Vielleicht fragt Ihr nur aus Neugier; und Ihr sprecht dieses heilige Wort vergeblich aus."

"Lama, ich frage nicht ziellos nach Shambhala. Überall kennen die Menschen dieses große Symbol unter verschiedenen Namen...

Wir spüren, wie geheime Symbole eine große Wahrheit in sich bergen".

Der Lama studiert uns mit seinem durchdringenden Blick. Dann sagt er:

"Das große Shambhala ist ... das mächtige himmlische Reich. Mit unserer Erde hat es nichts zu tun. ... Nur an einigen Orten, im Hohen Norden, kann man die glänzenden Strahlen von Shambhala wahrnehmen."

"Lama, wir kennen die Größe von Shambhala. Wir kennen die Wirklichkeit dieses unbeschreiblichen Reiches.....

Außerdem haben wir selbst einen weißen Grenzposten von einem der drei Außenposten Shambhalas gesehen. Also, sprecht nicht nur über das himmlische Shambhala zu mir, sondern auch über das auf Erden, weil Ihr genauso gut wisst wie ich, dass ein Shambhala auf Erden mit dem himmlischen verbunden ist. Und mit diesem Bindeglied sind die beiden Welten vereinigt."

Der Lama erwiderte darauf:

"Wir dürfen dieses Mysterium nicht aussprechen! Vieles kann nicht offenbart werden. Es gibt vieles, dass nicht in Lauten kristallisiert werden darf. In Lauten offenbaren wir unser Denken. In Lauten projizieren wir unser Denken in den Raum, woraus größtes Leid folgen kann. Denn alles, was vor dem vorbestimmten Zeitpunkt preisgegeben wird, hat unsagbares Leid zur Folge ....."

Einmal scheint Roerich dem irdischen Shambhalah recht Nahe gekommen zu sein. Er schreibt:

"....Ein Lama, der Führer einer Karawane verhüllt Mund und Nase mit einem Schal. Man verwundert sich deswegen, denn es war nicht kalt. Er erklärt: "Nun müssen wir uns vorsehen. Wir nähern uns dem verbotenen Land von Shambhala. Wir werden bald auf das 'Sur' treffen, das giftige Gas das die Grenze von Shambhala beschützt.

Unser Tibetaner, Konchok, reitet zu uns auf und sagt mit gedämpfter Stimme: "Nicht weit von hier geschah es, als der Dalai Lama von Tibet nach der Mongolei ging, dass alle Leute und die Tiere der Karawane zu zittern begannen. Der Dalai Lama erklärte, sie sollten keine Angst haben: Sie hätten nur die verbotene Zone von Shambhala berührt und seien sich deren Luftvibrationen nicht gewohnt."

In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts wurde vor allem die Reise eines Amerikaners namens "Edwin Bernbaum" bekannt, der in seinem Buch "Der Weg nach Shambhalah" von seiner Expedition ins Innere Tibets berichtet:

"Am folgenden Tag erreichten wir die letzte Passhöhe und schauten über wogende Schneefelder bis zum Rand eines grünen Tales, das in geheimnisvolle Tiefen abfiel, die sich unserem Blick entzogen. ..... Ein graziler Eisgipfel thronte über dem Tal und rundherum schimmerten Schneeberge in der frühen Morgensonne. .... Kein Weg führt ins Tal hinab.

Wir gingen bis zum Talrand und blickten hinunter. Weit unter uns erstreckte sich ein Tal, wie ich noch keines im Himalaja gesehen hatte."

Bernbaum und seine Begleiter fanden dann zuletzt doch einen verborgenen Weg und begannen in das Tal hinabzusteigen. Sie kamen durch einen Föhren- und Rhododendren-Wald.

"Dieser Wald war ... mysteriös. Gleichzeitig war er mir jedoch sehr nahe und seltsamerweise sehr vertraut. Ich hatte das unbestimmte Gefühl, als wäre ich vor langen, langen Zeiten bereits einmal dort gewesen. Obwohl uns viele Kilometer und Berge von der Hilfe trennten, die wir im Falle eines Unfalls benötigen würden, fühlte ich mich heimisch und sicher. An einer lichten Stelle, an der eine Quelle unter einem moosigen Felsen hervorsprudelte, beugte ich mich nieder, um zu trinken. Ich fühlte den Frieden und die Schönheit des Tales in meinen Körper fließen. ..... Ich wusste einfach, das dieses verborgene Tal das Tal war, nachdem ich gesucht hatte."

Unwillkürlich denkt man hier an den Wald, in welchem sich die Gralsburg befindet.

Die Expedition musste dann wieder zurück und die Teilnehmer kamen dabei fast ums Leben, weil plötzlich Schneefall einsetzte und sie kaum mehr zu essen hatten.

Als sie wieder im Kloster Khumbu, von wo aus sie aufgebrochen waren, ankamen, berichtete Bernwald dem dortigen Lama über seine Reise. Dieser sagte dazu "Ja, das muss Khembalung gewesen sein".

Bernwald meinte, dass es aber nicht den Beschreibungen von Shambhala gleiche, die er gehört habe. Der Lama entgegnete achselzuckend: "Das macht nichts. Das Buch ist für Yogis geschrieben, die Dinge sehen würden, die Du nicht sehen kannst. Wo du Schnee, Felsen und einsame Wälder gesehen hast, würden sie etwas ganz anderes erblicken."

Das stimmt mit den Aussagen eines anderen Reiseberichtes überein, den Bernwald dann später fand:

"Wenn die Zeit noch nicht reif ist ... wird alles .... Häuser und Paläste - von Gras und Bäumen bedeckt sein. ....

Nach der Meinung des Lamas von Tenboche führte unsere Reise bloß zur Oberfläche von Khembalung. Viele Lamas sind der Ansicht, dass ein "verborgenes Tal" wie Khembalung viele Schichten enthält. ... Falls es einem gewöhnlichen Menschen glücken sollte, ein solches Tal zu erreichen, wird er nur einen Ort des Friedens vorfinden, mit Wiesen und Wäldern. Das besondere Wesen des Tales wird er nicht wahrnehmen.

Wer Meditationserfahrung besitzt und einen gewissen Grad an Bewusstheit verwirklicht hat, wird eine andere "unsichtbare" Schicht wahrnehmen, die gewöhnlichen Menschen unzugänglich bleibt. Dieses sog. "innere" verborgene Tal kann sich am gleichen Ort befinden wie das äußere verborgene Tal, es mag aber auch noch tiefer in den Bergen liegen. .....

Der unsichtbare Palast liegt wahrscheinlich in dieser inneren oder geheimen Schicht des verborgenen Tales. "

Mir persönlich scheint es außer jedem Zweifel, dass das Shambhala der Orientalen und unsere Gralsburg bzw. der Bezirk auf dem sie steht, ein und dasselbe sind.

Bô Yin Râ der sich in seinem Werk an vielen Stellen auf das im Himalaja verborgene Heiligtum bezieht und der, zwar nicht mit dem physischen Körper, wohl aber in einem geistigen Bewusstseinsträger Zugang zu diesem Bereich hatte, unterscheidet das auf einem Berg sich befindende Heiligtum, die Gralsburg oder den "Tempel der Ewigkeit" wie er ihn nennt, von den sich in der Nähe befindlichen irdischen Wohnstätten der "Priester" dieses Tempels, die dort in absoluter Abgeschiedenheit verharren.

Er schreibt u.a.:

".....Die geistige Gestaltung des "Tempels der Ewigkeit", von dem ich in meinem Lehrwerk spreche, konnte nur an dieser einzigen Stelle des Planeten erfolgen, die ich hier nun nochmals charakterisierte.

Von dieser, durch ein feinstmaterielles Kraftfeld, das nur ihr eigen ist, auch im Physischen überaus bedeutungsvoll separierten Stätte allein, die sich allerdings über einen gewaltigen Erdraum hin erstreckt, vermag es ewiger Geist, wieder mit den in die physische Erscheinungswelt gefallenen Geistesfunken, die im Menschen dieser Erde ihre Erlösung suchen, in Vereinung zu gelangen.

An dieser Stätte ist auch die absolute "Unio mystika" der Erdenmenschen, in denen sich die Leuchtenden des Urlichtes darleben, allein auf dieser Erde Erreichbar."

 

Zurück Legende Zwischenspiel Wirklichkeit